Einsatzberichte

Einsatzbericht Garoua Boulai (Kamerun) Februar 2018

... Allerdings hat sich auch das Krankheitsspektrum wesentlich verschoben. Zum Beispiel hat sich die Zahl an HIV-positiven Patienten vervielfacht. Und noch ein anderes Krankheitsbild tritt in ungewohnter Häufigkeit auf: ausgedehnte große gutartige Geschwulste der Schilddrüse, der sogenannte Kropf. Die Ursache der Erkrankung liegt zumeist in der mangelhaften Versorgung mit Jod. Dieses Krankheitsbild war auch schon früher in der Region bekannt, aber nie in diesem Ausmaß. Die Patienten tolerieren das Anschwellen des Halses für erstaunlich lange Zeit und suchen erst den Arzt auf, wenn der Kropf die Atmung oder die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt. Dann ist es für eine medikamentöse Behandlung zu jedoch spät, es hilft nur noch die chirurgische Entfernung der Geschwulst. Dieser Eingriff ist bei der enormen Größe der hier vorgefundenen Tumoren nicht einfach und mit hohen Risiken verbunden.

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Einsatzbericht Kodaikanal (Indien) 08.03. - 25.03.2018

... Es ist ergreifend zu sehen, wie Patienten, bei denen der Hals an die Brust gewachsen war, nach einer OP wieder Kopf von Brustkorb getrennt bewegen können. Es gibt keine Worte für das Gefühl, das einen überkommt, wenn man die überfüllten Stationsräume betritt: hier halten sich die Patienten unter einfachsten Bedingungen mit ihren jeweiligen Angehörigen auf, die teils sogar unter den Patienten-betten schlafen. Trotzdem umgibt eine Heiterkeit, Farbenfreude und Lebendigkeit die Szenerie. Es gibt keine Worte für die Bindung, die zwischen Menschen aus so verschiedenen Kulturen trotz äußerst eingeschränkter sprachlicher Möglichkeiten entsteht.

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Einsatzbericht Puerto Galera / Philippinen 04.03. - 18.03.2018

...Nach einiger Aufregung im Vorfeld, von geänderten Zulassungsbedingungen für humanitäre Missionen, erschwerte Erlangung der nötigen Arbeitserlaubnisse und zwischenzeitlich nicht mehr auffindbaren Boxen mit Teilen der Ausrüstung stand das Team am 04.03.2018 müde, aber erwartungsvoll in Manila. 

... Das Spektrum war wie in den letzten Jahren sehr vielfältig, von plastischer und Spaltchirurgie über MKG-chirurgische und zahnärztliche Eingriffe zur Allgemeinchirurgie mit riesigen Schilddrüsen und Hernien, Kinderchirurgie und Grenzgebieten zur Urologie und Gynäkologie. 

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Einsatzbericht Madagaskar Dr. Reingruber 2018

... Ziel des Einsatzes war wie im Vorjahr die plastisch-chirurgische Versorgung von Gesichtsspalten und der Folgen von Verbrennungen und Verätzungen, die plastische und funktions-wiederherstellende Chirurgie nach Unfällen, wie auch die kinderchirurgische Versorgung von Hernien und angeborenen Fehlbildungen.

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Einsatzbericht Chalsa/Jalpaiguri/Westbengalen 2017

Neben dem chirurgischen Hauptaspekt begegnen uns auch immer wieder alltägliche pädiatrische Probleme. So wurde uns dieses Jahr Asbeen erstmalig vorgestellt, ein 6 Wochen alter, vermutlich einige Wochen zu früh geborener Säugling mit beidseitiger kompletter Spalte. Bei der Geburt wog er gerade mal 2000 g. Nach 4 Tagen in der Klinik wurde er mit 1800 g entlassen. Die Mutter hatte sehr wenig Muttermilch, so wurde der Säugling teilweise mit Säuglingsnahrung, aber hauptsächlich mit Kuhmilch gefüttert. Bei der Vorstellung zeigte sich Asbeen dehydriert, mit eingefallener Fontanelle und deutlich reduzierter Spannung der Haut („stehende Hautfalten“). Eine OP war schon aufgrund des Alters, aber umso mehr aufgrund des schlechten Zustands des Säuglings nicht möglich.Wir überredeten jedoch die Eltern, einige Zeit im Camp zu bleiben. In dieser Zeit erfolgte eine Aufklärung der Eltern über eine altersgerechte Ernährung von Säuglingen im ersten Lebensjahr (Kuhmilch ist im 1. Lebensjahr als reine Trinknahrung wegen zu hohem Protein- und Mineralstoffgehalt nicht geeignet), in der Zubereitung von Säuglingsmilch sowie der korrekten Füttertechnik bei Kindern mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalte. Erfreulicherweise lernte die Mutter dies alles sehr rasch, so konnte Asbeen nach 3 Tagen in gutem Allgemeinzustand und mittlerweile mit einem Gewicht von 2500g entlassen werden. Sicherheitshalber wird das Team des lokalen „Health-Care-Centers“ ein Auge auf Asbeen haben und ihn einmal wöchentlich zur Gewichtskontrolle besuchen. Wir sind sehr gespannt wie er sich über das Jahr entwickelt und hoffen ihn nächstes Jahr in unseren OP Plan aufnehmen zu können.

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Einsatzbericht Indien Dr. Dünzl 2017

Auch in diesem Jahr wurden im Screening ca. 200 Patienten gesehen, von denen 64 zur
Operation ausgewählt werden konnten. Besonders bei den orthopädischen Patienten
waren häufig doppelseitige Eingrifffe erforderlich, viele Patienten erhielten anschließend
individuelle Schienen angepasst, weitere 12 Patienten wurden ausschließlich mit Orthesen
versorgt. Besonders beeindruckt waren alle, als der Junge Mohit mit seinen neuen
Schienen erstmals auf eigenen Beinen vorsichtige Schritte versuchte...

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Einsatzbericht Nepal Dr. Roldan 2017

... ein fünfjähriger Junge nach Verbrennung. Die Nasenlöcher waren durch Vernarbung kaum durchgängig, der Mundspalt war durch Vernarbung verkleinert, sodass die Atmung nur durch einen eingeengten Mundspalt möglich war. Es war eine chirurgische Herausforderung. Mit Hautverschiebeplastiken aus der Wange wurden die Nasenböden rekonstruiert, der Mundspalt wurde erweitert und mit Schleimhaut aus der Mundhöhle umsäumt. Nach dieser ersten Operation, war mir klar, daß ich angekommen war, der Ort wo die Zeit nicht gemessen wird, wo Wunderbares entsteht, die Kraft des Heilens, möglichst ohne zu große Spuren. 

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Kurz Zusammenfassung Nepal Dr. Keller 2017

... Anfänglich haben wir nur vereiterte, tiefzerstörte Zähne entfernt, Abszesse gespalten um die armen Menschen in einen schmerzfreien Zustand zu bringen. Mundhygieneprogramme und Vorbeugung durch Versieglung der bleibenden Backenzähne haben Vorrang bekommen.

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Einsatzbericht Madagaskar Dr. Vandehult 2017

... Ein besonders tragischer Fall, der uns vorgestellt wurde, betraf ein 23 Jahre altes Mädchen, dessen Gesicht von ihrem Ex-Freund mit Batteriesäure verätzt worden war. Die rechte Gesichtshälfte bestand zum größten Teil aus Narbengewebe, das rechte Auge konnte nicht mehr geschlossen und der Kopf nicht mehr gedreht werden. Wir entfernten die Narben, rekonstruierten die Augenlider und deckten die Defekte mit Vollhaut. Alle Transplantate heilten gut ein, sie konnte auch wieder den Kopf drehen und das rechte Auge schließen. Ihr Gesicht wird aber nie wieder sein wie es war und die Narben der Seele werden auch nie richtig verheilen. Der Ex-Freund läuft nach 3 Monaten Gefängnis wieder frei herum...

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Einsatzbericht Angola 2017

... Nach allen Vorbereitungen im OP-Saal fährt das Team am Sonntag zu einem Campingplatz am Meer, dort sind die bereits angereisten Familien untergebracht. Über zwanzig Kinder werden an diesem Tag schon gesichtet. Dabei schauen sich die Chirurgen zunächst die Fehlbildungen an. Manche Gesichter kennen sie schon, haben im Vorjahr bereits die Lippenspalte korrigieren können. Es wird in den Mund geleuchtet, es wird fotografiert, es wird untersucht. Laborwerte bringen viele Patienten bereits mit, die Vorbereitung durch die Mitarbeiter von Kimbo ist gut. Die Anästhesisten hören die Lunge ab, messen die Sauerstoffsättigung im Blut, die Temperatur und das Gewicht des Kindes. Nur sehr wenige Familien müssen enttäuscht werden. Ist ihr Kind noch zu klein oder zu leicht, ist das Risiko der Narkose unter den Umständen doch zu groß. Sie können sich im nächsten Jahr erneut vorstellen, dann hat das Kind hoffentlich genug Gewicht zugenommen, um für die Operation bereit zu sein. Leicht fällt dieser Schritt auch dem Team nicht, haben manche Familien doch eine sehr lange Anreise auf sich genommen.

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