Presseberichte

REGENSBURG/SCHWANDORF - Barbara Dünzl ist tot.

Sie sorgte sich jahrelang um die medizinische Versorgung von armen Menschen. Neben ihrer Tätigkeit als Anästhesistin im Schwandorfer St.-Barbara-Krankenhaus reiste die Regensburgerin immer wieder ins Ausland, um dort zu helfen. So war sie gemeinsam mit anderen Ärzten zigfach in Indien. Dort kümmerte sie sich um Menschen mit Brandverletzungen und Missbildungen. Dünzl war seit den Neunzigern im Einsatz für die Ärmsten und hinterlässt eine Lücke im Kreis ihrer Mitstreiter. Immer wieder war sie zum Beispiel für „Interplast Germany“ unterwegs. Der Verein sei tief betroffen, sagt Camilla Völpel, Sekretärin der Organisation. „Sie war ein Juwel. Sie hat ihr letztes Hemd gegeben“, sagt Völpel. Dünzl sei ein einfacher Mensch gewesen. „Nicht zu überbieten.“ Sie sei erst vor Kurzem von einem Einsatz in Palästina zurückgekehrt, sagt Völpel. Auch für den Verein „pro Interplast Seligenstadt“ war Dünzl im Einsatz. „Ich wüsste niemanden, der hilfsbereiter war“.

„Sie war ein herzensguter Mensch“, sagt Vereinsvorsitzende Reinhilde Stadtmüller. „Sie hat alles für ihre Einsätze gegeben. Ich wüsste niemanden, der hilfsbereiter war.“ Ihr Engagement für die Armen dieser Erde sei eine Art Hobby gewesen, sagte Dünzl der Mittelbayerischen vor rund drei Jahren. Andere kümmerten sich in ihrer Freizeit um ihr Pferd, sagte die Ärztin damals, sie nutze die Zeit eben für die Vorbereitung ihrer Einsätze.

Für ihr Engagement wurde Dünzl 2019 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Diese Auszeichnung sei ihr fast ein bisschen peinlich gewesen, schilderte Dünzl danach. Die Ärztin blieb zeitlebens bescheiden und pragmatisch. Nun ist sie bei einem tragischen Unfall gestorben.